Ziele / Perspektiven

Das Gründungsdatum des TBNE ist der 20. März 1951. Allerdings gab es schon seit über einhundert Jahren vor seiner Gründung verschiedene Organisationen, die sich mit vergleichbaren Themen befasst haben. Aufgrund der unterschiedlichen Organisationsformen und räumlichen Wirkungsbereiche dieser „Vorgänger“ ist es allerdings schwierig, ein Gründungsdatum aus früherer Zeit herzuleiten. Deshalb sehen wir das dokumentierbare  Datum 20. März 1951 als Gründungsdatum  an.

 

Die heutige Bezeichnung TBNE ist erstmals aus dem Jahr 1950 dokumentiert, als sich der in Gründung befindliche Verband in seinem Satzungsentwurf den Namen „Personen-Tarifverband Deutsche Bundesbahn – Deutsche Nichtbundeseigene Eisenbahnen“ gab.

Damalige Aufgabe des TBNE war die Gewährleistung einer durchgehenden Abfertigung von aneinander anschließenden Eisenbahnen. Der Inhaber der Netzinfrastruktur und der Betreiber der Schienenverkehrsleistung waren i.d.R. identisch, eine parallele Bedienung der gleichen Strecke durch verschiedene Eisenbahnen existierte praktisch nicht. Daher richtete sich der Fokus der Preisbildung im TBNE auf die sog. „Anstoßtarifierung“, d.h. die reine Addition der Fahrpreise zu einem Gesamtpreis auf der Fahrkarte.

Mit der Regionalisierung des Schienenpersonennahverkehrs in der ersten Hälfte der 1990er Jahre kam es sowohl zu einer Trennung von Infrastrukturinhabern (Eisenbahninfrastrukturunternehmen – EIU) und Betreibern (Eisenbahnverkehrsunternehmen – EVU), als auch verstärkt zur Vergabe von SPNV-Leistungen im Wettbewerb und hieraus resultierender paralleler Bedienungen von Strecken durch mehrere EVU im SPNV.

Dies erforderte neue Lösungen hinsichtlich der Preisbildung, des Fahrkartenvertriebs sowie der Einnahmeaufteilung und Abrechnung zwischen den EVU. Nachdem zunächst auf der Basis bilateraler Vereinbarungen zwischen den betroffenen EVU gearbeitet wurde, reifte die Überzeugung heran, dass für diese Thematik eine „Klammer“ notwendig ist, die einheitliche und zukunftsfähige Lösungen zwischen den EVU herbeiführen und sicherstellen kann.

Deshalb hat sich der TBNE in den vergangenen Jahren – neben seinem „alten“ Kerngeschäft – verstärkt dieser Thematik angenommen, um für die verschiedenen Problemstellungen kunden- und marktorientierte Lösungen zu entwickeln. Ergebnis dieser Bemühungen sind u.a. die Muster Kooperationsverträge des TBNE für Tarif- und Vertriebskooperationen (die aktuelle Fassung finden Sie im Downloadbereich unter „TuVK“), die Öffnung des TBNE für eine Mitgliedschaft auch derjenigen Verkehre, die im Rahmen bilateraler Tarif- und Vertriebskooperationen durchgeführt werden sowie das „TBNE- Eckpunktepapier“, in dem die gemeinsamen Zielstellungen der im TBNE vertretenen EVU niedergelegt wurden.

 

Aktuell steht die organisatorische Umsetzung erweiterter Fahrgastrechte, die in 2009 gesetzlich geregelt werden sollen, im Mittelpunkt unserer Arbeit – diese Vorbereitungen nehmen momentan den überwiegenden Teil unserer Zeit in Anspruch, denn hier müssen Regelungen zwischen mehreren Dutzend Eisenbahnen erarbeitet und getroffen werden, um betroffene Kunden dann auch entsprechend bedienen zu können.

Mitglied im TBNE: NIAG

TBNE-Flash-Alternative