Der Aufbau des TBNE

Die Deutsche Bundesbahn / Deutsche Bahn AG

Die DB war und ist aufgrund ihres deutschlandweiten Streckennetzes die Bahn, mit der höchsten Reisendenzahl. Diese belief sich auf durchschnittlich dem zehnfachen der Beförderungsleistung der NE. So beförderte sie bspw. im Jahr 1950 die DB 1.286 Millionen Reisende

und die NE 192 Millionen, während es 20 Jahre später bei der DB nur noch 985 Millionen waren und die Zahl den NE auf 69 Millionen abgesunken war. Im Jahr der Wiedervereinigung beförderten sie und die Reichsbahn 1.513 Millionen Kunden, die NE 129 Millionen. 2006 lagen die Beförderungszahlen der DB bei 1.854 Millionen, die NE beförderten ungefähr

187 Millionen. Zwischen 1949 bis 1994 war die DB eine Behörde, nach „kaufmännischen Grundsätzen“ arbeitete und dabei „gemeinwirtschaftliche Aufgaben“ erfüllte. Mit der Wiedervereinigung ging die Reichsbahn der DDR in Besitz der Bundesrepublik über. Beide Staatsbahnen wurden als getrennte Sondervermögen des Bundes behandelt. Gleichzeitig wurden aber auf die Verschmelzung der Bahnen hingearbeitet. Ab 1991 hatten sie einen gemeinsamen Vorstand. Die Reichsbahn wurde am 18. März 1993 in den TBNE aufgenommen und auf Seiten der DB in die Verbandsarbeit einbezogen. Am 1. Januar 1994 wurden beide Bahnen zur Deutschen Bahn AG vereint, die Staatsbahn von der Behörde in ein Wirtschaftsunternehmen umgewandelt. In den folgenden sechs Jahren wurden mehre Reformen im Handeln und der Struktur der DB durchgeführt, die sich auch auf den TBNE ausgewirkt haben. 1995 gründete die DB die Usedomer Bäderbahn GmbH (UBB) als 100%ige Tochtergesellschaft. Dem TBNE gehört sie seit 1996 an. Die UBB ging aus dem Modelprojekt „Mittelstandsoffensive“ hervor. Dabei wurde die UBB versuchsweise nach den Kriterien eines mittelständischen Betriebs geführt. Da dieser Versuch erfolgreich verlief, besteht die UBB auch heute noch als Bahntochter weiter. Im TBNE wurde und wird sie wie eine NE behandelt, ausgenommen bei Abstimmungen.

Die Nichtbundeseigenen Eisenbahnen

Im TBNE waren und sind nur diejenigen NE des öffentlichen Verkehrs vertreten, welche sich mit Personen- oder Gepäckverkehr, bis 1996 auch mit Expressgutverkehr, am Wechselverkehr beteiligten. Anhang F zeigt die Entwicklung der Anzahl der dem Verband angehörenden NE und das Verhältnis der einzelnen Verkehre. Welche NE dem TBNE in welchen Zeitraum angehörte, zeigt Anhang G. Aus den Anhängen F und G ist ein stetiger Rückgang der beteiligten NE abzulesen. Die Gründe dafür waren verschiedene. Manche Bahnen wurden wegen ihrer Unwirtschaftlichkeit still gelegt, wie die Butjadinger Bahn 1958 oder die Nebenbahn Haltingen – Kandern 1984. Andere NE, wie die Worms-Offsteiner Eisenbahn 1959 oder die Kerkerbachbahn 1975, wurden von der DB übernommen und gehörten fortan zum DB-Netz. Wieder andere schieden aus.

Durch die Übergabe des Geschäftsbereich Expressgut der DB an BahnTrans (50 % Thyssen-Haniel-Logistic, 50 % DB) im Laufe des Jahres 1996, war der TBNE nicht mehr für Expressgut zuständig, weshalb mehrere NE aus dem Verband ausschieden….

Der Vertreter der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen

Bei der Vielzahl der NE war und ist es nicht möglich, jede einzelne NE in die Verbandsarbeit mit einzubeziehen. Deshalb hatten die NE einen Vertreter bestimmt, der sie neben den direkt an der Verbandsarbeit beteiligten NE vertrat und vertritt. Bei den Vorarbeiten zur vorläufigen Satzung Ende der 1940er Jahre wurden die Privat- und Kleinbahnen der Bizone durch die AG Gütersloh, die der französischen Besatzungszone durch den dortigen Verein privater Eisenbahnen vertreten. Auf der ersten Vollversammlung des TBNE 1951 ermächtigten die NE den im Vorjahr aus den genannten Vereinen hervorgegangene Verband Deutscher Nichtbundeseigener Eisenbahnen (VDNE) dazu, sie künftig gegenüber der Geschäftsführung zu vertreten. 1965 erfolgte die Umbenennung des VDNE in „Bundesverband Deutscher Eisenbahnen“ (BDE) und 1988 in „Bundesverband Deutscher Eisenbahnen, Kraftverkehre und Seilbahnen“ unter Beibehaltung des Verbandskürzels. Am 6. November 1990 schloss sich der BDE mit dem 1949 gegründeten „Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe“ und dem noch im März 1990 gegründeten „Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe in der DDR“ zum „Verband Deutscher Verkehrsunternehmen“ (VDV) zusammen.

Vorsitz und Geschäftsführung

Den Vorsitz und die Geschäftsführung hatte stets die DB inne. Sie stellte somit auch den Vorsitz in der Vollversammlung und in den Ausschüssen und benannte außerdem die dortigen DB-Vertreter. In den ersten Jahren lagen der Vorsitz und die Geschäftsführung aus den im vorherigen Kapitel dargestellten Gründen bei der Eisenbahndirektion Hannover. Vorsitz und Geschäftsführung wechselten bis heute, wie in Anhang I dargestellt, aus DB-internen Gründen mehrere Male. So diente der Wechsel vom Fern- zum Regionalverkehr 1998 der „Erzielung einer höheren Effizienz und Praxisnähe“.


Der Ausschuss B

Der Ausschuss B war für die „Fortbildung des Verbandstarifs und [die] Behandlung von Fragen des Verkehrs, insbesondere der Abfertigung, der Beförderung und der Abrechnung“ zuständig. Damit war der Ausschuss B das Hauptgremium des TBNE. Er hatte erst zwölf, ab 1954 zehn und ab 1995 wieder zwölf Mitglieder, jeweils zur Hälfte von der DB und den NE.48

Bis 1971 trat der Ausschuss mehrmals im Jahr zusammen, ab 1972 nur noch einmal pro Jahr.

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