Streckenverkraftung

Ursachen
Die Eisenbahnen hatten zu jeder Zeit mit der Konkurrenz durch den Omnibusverkehr zu kämpfen. Bereits in den 1930er Jahren hatten die Privatbahnen dadurch im Personenverkehr einen Rückgang von 40 % zu verzeichnen. Auch die NE des TBNE waren von dem Problem betroffen. Da die Omnibuspreise meistens unter denen der Bahnen lagen, blieb den NE in vielen Fällen nur die Wahl zwischen zwei „Gegenmaßnahmen“. Die erste war die Senkung der Schienenpreise, was aus wirtschaftlichen Gründen jedoch nicht zu vertreten war. Die Kosten für einen Personenkilometer auf der Schiene betrugen ungefähr das Eineinhalbfache der Summe, die im Omnibusverkehr aufgebracht werden musste. Die andere Maßnahme war die Verkraftung der eigenen Strecken und die Bedienung ihrer Verkehrsgebiete mit eigenen Omnibussen, so dass ein anderes Unternehmen nicht zur Konkurrenz werden konnte. Vor allem außerhalb von Ballungsgebieten, in der „Fläche“, war der Konkurrenzdruck durch Omnibusunternehmen bzw. der Bedarf an Omnibuslinien anstelle von Schienenstrecken besonders hoch. Hier wurden kleinere Einheiten gebraucht, die öfters fuhren. Außerdem konnten die Omnibushaltestellen näher bei den Kunden eingerichtet werden und ersparten diesen weite Wege zu den Bahnhöfen. Neben der Konkurrenz durch den Omnibusverkehr zwang auch der Rückgang der Reisendenzahl die NE zur Verkraftung ihrer Strecken. Außerdem wirkte sich negativ aus, dass, vor allem in 1970er Jahren, einzelne Bundesländer Zuschüsse beim Kauf und Betrieb von Omnibussen gewährten, welche die Eisenbahnen nicht erhielten. Dadurch wurde der Betrieb von Schienenersatzverkehr noch wirtschaftlicher.

Die Lösung des Problems und die Bedingungen dafür
Angesichts der zunehmenden Verkraftung sollte gemäß Richtlinien der HVB „alles getan [werden], die Einheit Schiene und Bahnbus zu wahren.“ Der sich im Jahr 1969 mit der Problematik beschäftigende Beamtenausschuss A sah es hinsichtlich fortgesetzter Verkraftung als unerlässlich an, die Zusammenarbeit zwischen der DB und dem Busverkehrs „im Rahmen eines echten Kundendienstes“ noch enger zu gestalten. Für die angestrebte „optimale Verkehrsbedienung“ sollte die durchgehende Abfertigung bei verkrafteten Strecken beibehalten und mit neueingerichteten aufgenommen werden. Dieses Ziel sollte mit der Änderung der Satzung erreicht werden, wodurch die ausgeschiedenen Mitglieder in den TBNE zurückkehren können sollten. Außerdem sollte es durch die Satzungsänderung möglich sein, „private Omnibuslinien mit interessanten Linien“ in den Verband aufzunehmen.

TBNE-Flash-Alternative